Ausstellungsarchiv

Eun Hui Lee · Zeichen und Wunder

Ausstellungsdauer: 28. Juli bis 29. September 2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wunder und Sensationen können wir Ihnen in dieser Ausstellung versprechen, ohne auch nur im mindesten zu übertreiben.

Niemandem gelingt es besser als der aus Korea stammenden Malerin Eun Hui Lee, Dinge, Gestalten und Orte des Alltags so bizarr miteinander zu verbinden, dass gänzlich absurde, surreale Situationen entstehen. Ein bisschen fühlt man sich wie ein Kind im Zirkus, eine Stimmung zwischen Staunen und Verzückung, verbunden mit einer Vorahnung der wundervollen Möglichkeiten, die das Leben noch bieten könnte. Für uns Erwachsene ist für diese Art der Euphorie gewöhnlich eine gute Prise Fantasie und eine ordentliche Portion Begeisterungsfähigkeit von Nöten – oder der Besuch von Lees neuer Kunstpräsentation.

Nach dem Studium für plastische Gestaltung in Seoul absolvierte die Künstlerin an der Nürnberger Akademie ein weiteres Studium, das sie 2010 als Meisterschülerin der Malerklasse von Professor Ralph Fleck abschloss. Eun Hui Lee hat in den letzten 15 Jahren in Deutschland vieles erlebt, was für ihr Leben von großer Bedeutung war, wie die Gründung einer eigenen Familie und der Beginn ihrer Karriere als Künstlerin. Den größeren Teil ihres Lebens hat die 43-Jährige dennoch in Korea verbracht, was ihre Arbeitsweise beeinflusst. Sie malt mit einem enormen Streben nach Perfektion an Bildern, die im Pinselstrich präzise, in der Thematik fantastisch und humorvoll sind. Neben großen Ölbildern auf Leinwand umfasst ihr Werk viele kleinere Formate, die mit Bleistift und Ölfarbe auf Papier gearbeitet sind, was ein extrem sorgfältiges Vorgehen erfordert.

Im Ergebnis kommen Lees Gemälde leicht und heiter daher mit einem feinen Sinn für ironische Verbindungen und magische Momente. Eine Taucherin schwimmt gemeinsam mit einem Oktopus durchs Meer. Ein schöner Mann mit Zylinder schleppt einen riesigen bunten Fisch. Ein Kaminkehrer versenkt seine schwarze Kehrbürste nicht in dreckige Schornsteine, sondern in unendlich tiefe Löcher im strahlend weißen Boden.

Akkuratesse ist das klare Ziel ihrer Maltechnik, Raum für Fantasie lassen hingegen die Motive. Wird die Schale mit Gänseblümchen wirklich gegessen? Wer und wie viele stecken unter dem roten Kleid? Eun Hui Lees Gemälde kommen wie Titelbilder großer Geschichten daher. Ob wir bunte Fabeln, aufregende Stories oder verwunschene Märchen daraus weiterspinnen, bleibt uns überlassen.

Slow Art Galerie  · Weinmarkt 12 · 90403 Nürnberg · Öffnungszeiten: Mittwoch – Samstag 13.00 – 19.00 UhrImpressum & Datenschutzerklärung