Ausstellungsarchiv

 

 

 

Ausstellung vom 9. März bis 16. April 2022

Chang Min Lee, Theo Noll, Anton Atzenhofer, Stefan Atzenhofer, Gerd Bauer, Andrea Martini, Cornelia Effner, Stefan S. Schmidt, Susanne Schattmann, Gerhard Loos und die Original Hersbrucker Bücherwerkstätte

Irgendwann in meiner Jugend lief im Fernsehen ein Film, an den ich derzeit oft denke. Den Titel hatte ich schon damals gleich wieder vergessen und den Inhalt kann ich nicht mehr exakt wiedergeben. Vermutlich handelte es sich um kein bedeutsames Epos, denn bislang begegnete mir keine Wiederholung im Fernsehprogramm. Im Gedächtnis ist mir, dass der Film im Louvre begann und die erste Kameraeinstellung das Gemälde der geheimnisvoll lächelnden Mona Lisa zeigte. Charakteristisch für den Film waren regelmäßig eingeblendete Fernsehnachrichten. Berichtet wurde dort, wie in Nachrichten so üblich, von gescheiterten politischen Verhandlungen, von Krieg, von Naturkatastrophen und die Menschheit bedrohenden Seuchen. Man sah verzweifelte Frauen, kämpfende Männer und weinende Kinder.

Die Lage auf der Erde spitzte sich in den Tagesnachrichten immer weiter zu, bis der Nachrichtensprecher in einer der letzten Szenen während der Sendung von einem Erdbeben unterbrochen wurde. Das Fernsehstudio wurde unter Trümmern begraben, danach die ganze Stadt, das Land, der komplette Kontinent und der gesamte Erdball, bis schließlich alles in Schutt und Asche lag. Aus den Trümmern ragte das Bild der Mona Lisa heraus. Ihr Lächeln war verschwunden, dicke Tränen kullerten der tieftraurigen Dame über die Wangen.

Um das trostlose, beängstigende Gefühl, das dieser Film aus den 70er Jahren hinterließ, heute wiederherzustellen, muss ich nur durchs Fernsehprogramm zappen und den Abend mit aktuellen Nachrichten, Sonderberichterstattungen und Politdiskussionen verbringen. Die Realität überholt die Horrorszenarien meiner filmischen Erinnerungen und bereitet mir Alpträume. Bleibt zu hoffen, dass nicht auch noch der etwas bekanntere Streifen „The Day after“ realisiert wird.

Eine wirklich elegante Überleitung zu einer Einladung in meine Galerie ist mit diesem Mailbeginn schwer möglich. Dennoch würde ich mich freuen, wenn Sie in den nächsten Wochen bei mir vorbeischauten, denn ich habe wunderschöne neue Bilder von herausragend guten Künstlern für Sie aufgehängt. Ein Raum zeigt riesige Tiere im gewohnt lässig perfekt aufgetragenen, dicken Pinselstrich von Chang Min Lee. In den anderen Zimmern finden Sie die allerneuesten Werke des Nürnberger Künstlers Theo Noll und frühlingshafte Landschaften aus dem Hauptstadtumfeld des Berliner Malers Stefan Atzenhofer. Die beiden Schaufenster sind unglaublich attraktiv österlich gestaltet und werden in den nächsten Wochen mehrmals umdekoriert mit nagelneuen Arbeiten meiner Lieblingskünstler. Zu bewundern sind neue Etageren von Andrea Martini und äußerst stilvolle Eierbecher. Von alt und edel bis Ostalgie-retro ist jedes Eierbecher-Design vertreten. Gemälde mit fröhlichen Hasenmotiven, grünen Frühlingslandschaften und bissigen Oster-Cartoons von Gerd Bauer, Cornelia Effner, Stefan S. Schmidt, Susanne Schattmann und der Original Hersbrucker Bücherwerkstätte bereiten uns vor auf das meiner Meinung nach schönste Christenfest. Die zu Ostern gefeierte Auferstehung schlägt schon vom Anlass her um Längen die Geburtsfeier an Weihnachten. Normalerweise ist Ostern immer der Zeitpunkt, an dem ich mich - vom Weihnachtsstress gänzlich erholt – auf den Sommer freuen kann. Dieses Jahr kam Putin dazwischen.

Anstatt nun aber zuhause vor der Glotze zu verzweifeln, sollten wir uns lieber treffen, über die Lage diskutieren und uns eine Weile bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas Sekt mit schöner Kunst ablenken. Allen Widrigkeiten zum Trotz muss der Frühling begrüßt und das Leben gefeiert werden. Ich freue mich sehr auf Ihren Besuch.

Herzliche Grüße Lydia Schuster

 

Trotzdem Ostern,
 trotzdem Kunst!

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